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Archive for the ‘LinuxMint’ Category

Windows10-Upgrade zerstört Grub-Konfiguration

Posted on August 6th, 2015 by meikel in Linux, LinuxMint, ubuntu, Windows

Auf meinem Arbeitsnotebook mit LinuxMint 17.1 habe ich nebenher noch ein Windows 8.1 mit Grub und entsprechend mühsam eingerichteter UEFI-Konfiguration am Laufen. Nun kam der Tag des (automatisierten) Windows-10-Upgrades. Mutig, wie ich ja bin, habe ich das einfach mal laufen lassen. Hat auch alles auf den ersten Blick geklappt, aber dann kam der große Schreck: Beim Versuch, das Grub-Bootmenü von Linux zu starten, rannte der Rechner prompt in den – genau – Grub-Rescue-Prompt. Somit war LinuxMint erst mal nicht mehr erreichbar.

Wie ich später herausfand, hat das Windows-10-Upgrade die Reihenfolge und Attribute der Partitionen verändert (getreu dem Gebot „Du sollst keine anderen OS neben Windows 10 haben“) – die Linux-Bootpartition war nicht mehr dort, wo Grub sie vermutete. Ich hätte jetzt versuchen können, ein Linux von einer Boot-CD-ROM oder einem USB-Stick zu starten, um dann Reparaturversuche durchzuführen. Ich habe es dann aber doch mit Bordmitteln auf dem Grub-Rescue-Prompt hinbekommen.

Zunächst habe ich mit „ls“ nachgesehen, welche Partitionen überhaupt vorhanden sind. Ergebnis bei mir war (hd0,gpt10), (hd0,gpt9), (hd0,gpt8) … (hd0). Welche davon ist jetzt die Linux-Partition, die ich starten möchte? Das findet man heraus, indem man nacheinander „ls (hd0,gpt1)/“, „ls (hd0,gpt1)/boot“, „ls (hd0,gpt2)/“, „ls (hd0,gpt2)/boot“ usw. eingibt. Meist wird man eine Fehlermeldung erhalten, dass das Filesystem nicht erkannt werden konnte. Irgendwann wird man aber das Laufwerk entdecken, welches das Linux-Hauptverzeichnis enthält – das war in meinem Fall (hd0,gpt9). Viel Spaß übrigens mit der deutschen Tastatur und den Zeichen „()/=“ 🙂

Als nächstes habe ich mit „set“ kontrolliert, wo Grub seine Konfigurationsdateien sucht. Das Ergebnis war in meinem Fall:

prefix=(hd0,gpt8)/boot/grub
root=(hd0,gpt8)

Aha! Ich habe doch zuvor festgestellt, dass mein Linux-Laufwerk (hd0,gpt9) ist. An der Stelle hat Windows 10 also herumfuhrwerkt! Ehemals Partition gpt8 ist jetzt gpt9. Jetzt gilt es also, die Einstellungen für prefix und root so einzustellen, dass Grub seinen Kram wieder findet. Und das geht so:

set prefix=(hd0,gpt9)/boot/grub
set root=(hd0,gpt9)

Wenn man jetzt in die normale Menüansicht von Grub möchte, gibt man Folgendes ein:

insmod normal
normal

Wenn Sie alles richtig gemacht haben, sehen Sie jetzt wieder Ihr altbekanntes Grub-Bootmenü. Juhuuuuu! Aber nicht zu früh freuen! Beim nächsten Booten rennen Sie garantiert wieder in den Grub-Rescue-Prompt. Wenn Sie jetzt auf dem Grub-Bootmenü stehen, stellen Sie den Leuchtbalken auf den Eintrag, der Ihr Linux starten soll, und drücken ‚e‘ (wie „edit“). Hier ändern Sie jetzt überall, wo noch der falsche gpt-x-Wert steht, auf den neuen – bei mir also überall, wo noch ein gpt8 steht, ein gpt9 setzen. Nun F10 drücken – und Linux startet!

Nun sind wir auch schon fast am Ziel. In einer Konsole geben wir nun noch ein „sudo grub-install“ ein, und Grub wird aktualisiert – auch das neue Windows wird erkannt. Jetzt kontrollieren wir nochmal zur Sicherheit die /etc/fstab mit einem Editor (nano, vim, was Sie mögen). Die gemounteten Partitionen mit einem UUID-Identifier stellen natürlich kein Problem dar, sollten Sie dort aber Laufwerke mit einem /dev/…-Eintrag finden, sollten Sie die entsprechende Zeile auf die neuen Gegebenheiten anpassen.

 

Linux Mint mit apt-get online upgraden

Posted on April 9th, 2014 by meikel in Linux, LinuxMint

Ich arbeite seit einiger Zeit produktiv auf einem Linux-Mint-Notebook. Ebenfalls seit einiger Zeit werden für Linux Mint 15 (Olivia) online keine Updates mehr geliefert. Nun ist es so, dass Mint empfiehlt, ein Upgrade auf eine neue Version nach der Brachial-Methode durchzuführen. D. h. Backup der persönlichen Daten und Einstellungen mit dem Mint-eigenen Backup-Tool, Festplatte plätten und neue Version von CD/DVD installieren – und dann mit besagtem Backup-Tool eigene Software, Einstellungen und Daten wieder restoren. Soll ja angeblich viel sauberer und sicherer sein und bla …

Das habe ich vor ein paar Monaten bei Erscheinen der Version 16 (Petra) ein einziges Mal genau so durchgezogen – mache ich aber auch nie wieder so! Die neue Version wollte nach der Installation nicht so recht (Probleme mit Grafik und WLAN), und das Wiedereinspielen von dem eigenen Krams passte vorne und hinten nicht mehr. Also habe ich alles wieder gelöscht und Version 15 eingespielt. Auch hier erwies sich das Restore etwas problematisch, aber nach ca. einer Woche hatte ich meine (offenbar doch sehr spezielle) Konfiguration wieder so, wie ich es brauchte. Also viel Zeit kaputt gekriegt für nichts und wieder nichts.

Nun blieben unter Linux Mint 15 allmählich die Updates aus, also musste ich doch mal einen Weg finden, das System auf Version 16 lauffähig zu kriegen. Also habe ich mich an ein Online-Update mittels apt-get gewagt. Um es kurz zu machen: Es hat alles auf Anhieb geklappt. Vorgehensweise wie folgt:

In einer Konsole folgende Befehlszeilen abdrücken:

sudo sed -i ’s/raring/saucy/‘ /etc/apt/sources.list
sudo sed -i ’s/olivia/petra/‘ /etc/apt/sources.list
sudo sed -i ’s/raring/saucy/‘ /etc/apt/sources.list.d/official-package-repositories.list
sudo sed -i ’s/olivia/petra/‘ /etc/apt/sources.list.d/official-package-repositories.list

Und dann das eigentliche Upgrade:

sudo apt-get update
sudo apt-get dist-upgrade

Jetzt gehen Sie erst mal – je nach Bandbreite Ihrer Internetverbindung und Tempo Ihres Rechners – für zwei Stunden Kaffee trinken. Schauen Sie aber zwischendurch immer mal, was sich so tut, denn zwischendurch kommen immer mal Fragen, ob neue Konfigurationsdateien installiert werden sollen. Lieber immer auf „N“ wie „No“ tippen – wenn alles läuft, kann man hinterher immer noch manuell eingreifen.

HALT – noch nicht neu booten! Wenn alles durch ist, noch einmal mit

sudo apt-get upgrade

das System auf den neuesten Stand bringen. Hierbei werden auch noch evtl. defekte Paketabhängigkeiten repariert.

Abschließend mit sudo shutdown -r now den Rechner neu starten.

Viel Glück 😉

 

Grub2 passend machen (oder reparieren)

Posted on Januar 19th, 2014 by meikel in Linux, LinuxMint, ubuntu

Mir passiert es immer wieder, dass bei Testinstallationen und LiveCDs verschiedener Linux-Distributionen (LinuxMint 15 und 16, ubuntu 13.04 und 13.10) insbesondere bei Notebooks nach dem Start aus dem Grub2-Menü der Bildschirm schwarz (also richtig dunkel) wird und das ganze System festhängt – es bleibt nur noch langes Drücken auf den PowerOff-Knopf. Grund ist, dass der Kernel beim Initialisieren der Grafik verschiedene Auflösungen „ausprobiert“, was bei manchen Grafikchips dann eben schief geht. Über den Recovery-Modus kann man das System in der Regel aber immer noch irgendwie starten, was ja aber keine Dauerlösung sein kann.

Hier gibt es zwei Lösungsschritte. Man kann versuchen, mittels Grub dem Linux-Kernel den Startparameter „nomodeset“ auf den Weg zu geben. Wenn man also das Grub-Startmenü vor sich sieht und auf dem ersten Listeneintrag steht, drückt man ‚e‘, um den Menüeintrag zu editieren. Nun fügt man in der Zeile mit „splash quiet“ das besagte „nomodeset“ hinzu. Jetzt drückt man Strg-X oder F10, um mit den geänderten Parametern das Betriebssystem zu starten. Jetzt sollte das Starten in den Grafikmodus zum Login-Bildschirm funktionieren.

Nun wäre es natürlich lästig, jedesmal in Grub herumzueditieren, wenn man sein ubuntu oder LinuxMint hochfahren will. Den besagten Parameter „nomodeset“ muss noch dauerhaft in Grub2 gespeichert werden. Und das macht man so:

Man öffnet mit root-Rechten die Datei /etc/default/grub – ob mit „sudo nano“ im Terminal oder mit gedit, überlasse ich dem geneigten User. In dieser Datei sucht man dann die Zeile ‚“GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT=“quiet splash“‚ und schreibt hinter dem „splash“ noch „nomodeset“. Die ganze Zeile sollte also so aussehen:

GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT=“quiet splash nomodeset“

Nun diese Datei speichern. Damit Grub2 diese Änderung auch annimmt, schießt man im Terminal noch ein „sudo update-grub“ ab.

Nach einem Neustart wird der Listeneintrag im Grub-Menü wie gewünscht funktionieren. Übrigens kann man in der Datei /etc/default/grub sein Startmenü auch optisch noch ein wenig aufhübschen (Auflösung, Hintergrundfarbe). Mehr dazu hier.

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