Windows10-Upgrade zerstört Grub-Konfiguration

Auf meinem Arbeitsnotebook mit LinuxMint 17.1 habe ich nebenher noch ein Windows 8.1 mit Grub und entsprechend mühsam eingerichteter UEFI-Konfiguration am Laufen. Nun kam der Tag des (automatisierten) Windows-10-Upgrades. Mutig, wie ich ja bin, habe ich das einfach mal laufen lassen. Hat auch alles auf den ersten Blick geklappt, aber dann kam der große Schreck: Beim Versuch, das Grub-Bootmenü von Linux zu starten, rannte der Rechner prompt in den – genau – Grub-Rescue-Prompt. Somit war LinuxMint erst mal nicht mehr erreichbar.

Wie ich später herausfand, hat das Windows-10-Upgrade die Reihenfolge und Attribute der Partitionen verändert (getreu dem Gebot „Du sollst keine anderen OS neben Windows 10 haben“) – die Linux-Bootpartition war nicht mehr dort, wo Grub sie vermutete. Ich hätte jetzt versuchen können, ein Linux von einer Boot-CD-ROM oder einem USB-Stick zu starten, um dann Reparaturversuche durchzuführen. Ich habe es dann aber doch mit Bordmitteln auf dem Grub-Rescue-Prompt hinbekommen.

Zunächst habe ich mit „ls“ nachgesehen, welche Partitionen überhaupt vorhanden sind. Ergebnis bei mir war (hd0,gpt10), (hd0,gpt9), (hd0,gpt8) … (hd0). Welche davon ist jetzt die Linux-Partition, die ich starten möchte? Das findet man heraus, indem man nacheinander „ls (hd0,gpt1)/“, „ls (hd0,gpt1)/boot“, „ls (hd0,gpt2)/“, „ls (hd0,gpt2)/boot“ usw. eingibt. Meist wird man eine Fehlermeldung erhalten, dass das Filesystem nicht erkannt werden konnte. Irgendwann wird man aber das Laufwerk entdecken, welches das Linux-Hauptverzeichnis enthält – das war in meinem Fall (hd0,gpt9). Viel Spaß übrigens mit der deutschen Tastatur und den Zeichen „()/=“ 🙂

Als nächstes habe ich mit „set“ kontrolliert, wo Grub seine Konfigurationsdateien sucht. Das Ergebnis war in meinem Fall:

prefix=(hd0,gpt8)/boot/grub
root=(hd0,gpt8)

Aha! Ich habe doch zuvor festgestellt, dass mein Linux-Laufwerk (hd0,gpt9) ist. An der Stelle hat Windows 10 also herumfuhrwerkt! Ehemals Partition gpt8 ist jetzt gpt9. Jetzt gilt es also, die Einstellungen für prefix und root so einzustellen, dass Grub seinen Kram wieder findet. Und das geht so:

set prefix=(hd0,gpt9)/boot/grub
set root=(hd0,gpt9)

Wenn man jetzt in die normale Menüansicht von Grub möchte, gibt man Folgendes ein:

insmod normal
normal

Wenn Sie alles richtig gemacht haben, sehen Sie jetzt wieder Ihr altbekanntes Grub-Bootmenü. Juhuuuuu! Aber nicht zu früh freuen! Beim nächsten Booten rennen Sie garantiert wieder in den Grub-Rescue-Prompt. Wenn Sie jetzt auf dem Grub-Bootmenü stehen, stellen Sie den Leuchtbalken auf den Eintrag, der Ihr Linux starten soll, und drücken ‚e‘ (wie „edit“). Hier ändern Sie jetzt überall, wo noch der falsche gpt-x-Wert steht, auf den neuen – bei mir also überall, wo noch ein gpt8 steht, ein gpt9 setzen. Nun F10 drücken – und Linux startet!

Nun sind wir auch schon fast am Ziel. In einer Konsole geben wir nun noch ein „sudo grub-install“ ein, und Grub wird aktualisiert – auch das neue Windows wird erkannt. Jetzt kontrollieren wir nochmal zur Sicherheit die /etc/fstab mit einem Editor (nano, vim, was Sie mögen). Die gemounteten Partitionen mit einem UUID-Identifier stellen natürlich kein Problem dar, sollten Sie dort aber Laufwerke mit einem /dev/…-Eintrag finden, sollten Sie die entsprechende Zeile auf die neuen Gegebenheiten anpassen.

 

Bing-Desktop mit hoher CPU-Last

Die Windows-App „Bing-Desktop“ finde ich eigentlich ganz nett – insbesondere die Funktion mit dem täglich neuen Bing-Startseitenbild als Bildschirmhintergrund. Seit einer Woche stelle ich jedoch fest, dass der Notebook-Lüfter im Dauerlauf rennt und mir der Taskmanager anzeigt, dass Bing-Desktop über 50 Prozent Prozessorlast für sich vereinnahmt. Außerdem wird seit Tagen das tägliche Hintergrundbild nicht mehr aktualisiert.

Hier hilft nur, in der Systemsteuerung unter „Programme“ das Ding rauszuschmeißen und neu zu installieren. Download gibt’s hier.

Wieder einmal PuTTY: Darstellung von Linien, Umlauten und Sonderzeichen

Ich greife öfter mittels des Terminalprogramms PuTTY unter Windows auf Linux-Rechner zu – insbesondere auf meine Raspberry Pis. Nun kommt es immer wieder mal vor, dass bestimmte zeichenorientierte Anwendungen auf einer Linux-Konsole in PuTTY falsch dargestellt werden. Ich muss z. B. häufig mit dem alsamixer Audio-Einstellungen der USB-Soundcard eines Raspberrys ändern. Aus den gewohnten Rahmenlinien wird in PuTTY ein Buchstaben-Mix umgesetzt, die als lppk-Zeichenfolge bekannt ist. Hinzu kommt, dass die F-Tasten in PuTTY nicht richtig funktionieren und dafür sorgen, dass alsamixer beendet wird, wenn ich mit F3 bzw. F4 zwischen den Wiedergabe- und Aufnahmeeinstellungen umschalten will. Hier helfen einige PuTTY-Einstellungen.

raspberry_putty-lqqk

Diese verwurstete Darstellung nervt mich schon seit Jahren.

 

Unter Connection/Data ist es wichtig, dass man im Feld „Terminal-type String“ das vorgegebene „xterm“ durch das Wort „linux“ ersetzt. Achtung – kontextsensitiv! „linux“ muss komplett kleingeschrieben werden. Somit haben wir die richtige Rahmendarstellung schon mal im Griff. Nun ist es noch wichtig, unter Terminal/Keyboard unter „Function keys and keypad“ den Radiobutton „Linux“ zu setzen – dann funktioniert es auch mit den F-Tasten.

putty-alsamixer

So soll es sein!

 

Windows 8.1 Update 1 – Fehler bei der Installation und Lösung

Naaaaaa? Haben Sie auch Probleme bei dem Pflicht-Update von Windows 8.1 (KB2919355), zu welchem Microsoft uns zwingt, damit der geneigte Anwender auch im nächsten Monat zum Patch-Day noch Updates erhält? Bricht nach dem langwierigen Download und dem noch langwierigeren Installationsversuch der Updater mit der Fehlermeldung „Das Update wurde nicht installiert“ und der Nummer 0x80070002 oder 0x80073712 ab? Haben Sie auch schon tausend Sachen versucht, wie z. B. das System zu „refreshen“, Windows-Update reparieren – und nichts hat geholfen?

Dank WinFuture.de bin ich auf einen Fix gestoßen, der bei mir  geholfen hat:

1. Öffnen Sie eine Administrator-Eingabeaufforderung.

2. Geben Sie nacheinander folgende Befehlszeilen ein.

  • dism /online /remove-package /packagename:Package_for_KB2919355~31bf3856ad364e35~amd64~~6.3.1.14
  • dism /online /cleanup-image /startcomponentcleanup

Nachdem diese Schritte durchgelaufen sind, starten Sie noch einmal das Windows Update in der Systemsteuerung, suchen nach neuen Updates und downloaden/installieren Sie das KB2919355 noch einmal. Das sollte dann endlich hinhauen.

Ein offizieller Fix seitens Microsoft steht derzeit (13.04.2014) noch aus.

Älteres jQuery, fadeIn/fadeOut und der Internet Explorer

Kinners, nee! Was habe ich mich heute mal wieder über den Internet Explorer geärgert! Aber was soll man machen – es gibt ja immer noch unbedarfte Mitmenschen, die nur diesen so genannten Browser kennen, und auf die muss man auch eingehen. Und das kostet – vor allem Zeit.

Was ist passiert? Ich arbeite mitunter gern mal mit den Animationsfunktionen der JavaScript-Bibliothek jQuery. So habe ich schon vor fast einem Jahr für eine Freundin eine Seite gebastelt, in der unsere gemeinsamen Urlaubsfotos in Form einer Diashow mit Überblendeffekten ablaufen sollten. jQuery-Funktionen der Wahl waren ‚fadeIn‘ und ‚fadeOut‘. Hat auch alles wunderbar funktioniert – einmal mit Opera, Firefox und Co. getestet, der Freundin den „geheimen“ Link geschickt zum Anschauen – abgehakt und vergessen. War ja nur für uns so …

Nun habe ich dieser Tage eine Seite für ein etwas größeres Publikum entwickelt, in der ich eine ähnliche Diashow meinen Vereinsfreunden präsentieren wollte. Und da ich das Rad nicht neu erfinden wollte, habe ich eben besagte Webseite von damals als Vorlage genommen. Hat auch alles soweit funktioniert – bis ich dann mal auf die glorreiche Idee kam, auch mal mit dem Internet Explorer draufzusehen. Und erst da sah ich: im IE blendet nichts über – die Bilder werden einfach nacheinander übereinander gelegt. Ganz normale IE-Bugs eben :-/

Ich habe dann eine Reihe von CSS-Workarounds ausprobiert mit „filter:inherit“, „opacity: inherit“, mit verschachtelten divs als nachzuladendem Hintergrundbild usw. Krampf eben. Dabei ist die Lösung soooooo einfach:

Ich benutzte vor einem Jahr die jQuery-Version 1.2.6, die solche typischen Fehler im Internet Explorer noch nicht berücksichtigte. Ich habe dann eine etwas neuere Version eingespielt (1.7.2) – im HTML-Code im <head>-Bereich entsprechend angepasst, und siehe da: jetzt spielt auch der zickige IE die Diashows flüssig ab – siehe http://meikelcam.bplaced.net/dk7lj .

PuTTY und der Ziffernblock

Wenn ich mal mit Windows 7 arbeite (kommt selten genug vor 😉 ) und per SSH auf meinen Raspberry Pi zugreifen möchte, nutze ich PuTTY. Seit langem ärgert es mich ein wenig, dass ich auf dem Ziffernblock der Tastatur keine Ziffern im Terminalfenster erhalte, sondern die alternativen Steuerzeichen (so als ob NumLock off wäre).

Abhilfe ist ganz einfach: in den PuTTY-Einstellungen unter „Terminal > Features“ die Option „Disable Application Keypad mode“ aktivieren. Am besten gleich diese Änderung unter „Session“ bei den Saved Sessions dauerhaft speichern.

Dann klappts auch mit den Zahlen.